Gemocht und getreten – das Gänseblümchen

Ein engl. Volksweisheit besagt: Wenn du mit einem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kannst, dann ist es Frühling! In der Tat sprießen um uns herum wieder die Pflänzchen, deren freundliche Ausstrahlung sie sehr beliebt machen und besonders gut zu Kindern passen, die gerne daraus Kränze flechten und die Blüte als bekanntes Liebesorakel verwenden. Auch Jesus soll nach alter Legende als Kind gerne damit gespielt haben - die weißen Zungenblüten seien sogar deshalb rötlich angelaufen, weil er der Blume einen Kuss gab. „Bellis perennis“ ist der botanische Name – „Bellis“ von „bellus“, was schön, hübsch oder niedlich bedeutet, „perennis“ heißt ausdauernd, denn die Pflanze blüht mitunter das ganze Jahr hindurch, sofern kein Schnee liegt und die Sonne sich zeigt. Als wahre Lichtblume ist das Gänseblümchen auch ein sehr zuverlässiger Wetteranzeiger, denn es faltet sich schützend zusammen, wenn Regenwetter zu erwarten ist. Gänseblümchen strotzen vor Zähigkeit und Widerstandskraft – oftmals wird auf ihnen herum getreten, und doch stehen sie wieder auf. Nicht verwunderlich ist so, dass sie Wirkstoffe gegen Verletzungen durch Tritte bilden und bei Prellungen, Quetschungen Blutergüssen, Verstauchungen, Muskelschmerzen oder Schürfwunden in Form von Salben, Umschlägen oder Bäderschmerzlindernd und heilend wirken. Außerdem ist das Gänseblümchen innerlich wie äußerlich sehr hilfreich bei chronischen Hautleiden wie Akne oder Ekzemen. Der innerliche Gebrauch des Tees oder der Tinktur wirkt blutreinigend und unterstützt die Ausscheidung von Giftstoffen, was dem Körper besonders im Frühling gut tut. Bei Husten wiederum erleichtern die im Gänseblümchen enthaltenen Saponine (Seifenstoffe) durch Verflüssigung des Bronchialschleims das Abhusten. Hierzu kann das Gänseblümchen als Tee oder Sirup eingenommen werden. Nicht zu vergessen ist die Verwendung des Gänseblümchens als wunderbare Nahrungsergänzung in Salaten, Frühlingssuppen, Quarkaufstrichen usw., denn sie enthält viel Vitamin C und verschiedene wertvolle Mineralstoffe. Übrigens: den ersten drei Blüten wird im Jahr besondere Heilkraft zugeschrieben – direkt abgebissen und geschluckt soll das laut alten Schriften zwölf Monate vor Fieber und anderen unliebsamen Gebrechen bewahren.

Astrid Fiebich, Heilpraktikerin

Erschienen: 
1. März 2003
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld