Das "Anti-Aging-Kraut" aus dem Wald - der Bärlauch

 

Eines der ersten Heilkräuter, die aus dem Winterschlaf erwachen, ist der Bärlauch (Allium ursinum), der dann die Böden unserer feuchten Laubwälder mit sattem Grün bedeckt. Der köstliche, knoblauchartige Geschmack hat ihn inzwischen selbst in exquisiten Küchen salonfähig gemacht und es gibt kaum eine Speise, zu der wir dem „wilden Knoblauch“ im Frühling nicht beifügen können, oder wie wäre es einfach mit ein paar Blättern auf einem Butterbrot? Doch unsere Zeit dafür ist begrenzt – nach einigen Wochen sehen wir schon die Knospen hervor schauen, dann öffnen sich die strernförmigen, weißen Blüten, so dass die Blätter an Kraft verlieren und langsam anfangen zu welken, was sich schon aus Entfernung an dem charakteristischen Duft erschnuppern lässt. Also pflücken wir die Blätter sobald sie auftauchen und solange sie gesund und frisch aussehen. Die Knospen wiederum eignen sich zum Beispiel zum Einlegen (s.u.) und die Blüten als schöne, essbare Verzierung auf Speisen. Was den Bärlauch aber neben seinen kulinarischen Qualitäten weit heraus ragen lässt, das ist seine vorzügliche Wirkung auf unsere Gesundheit. So hat er eine wunderbar entgiftende Wirkung (v.a. wichtig in Bezug auf Schwermetalle und andere Umweltgifte), er wirkt verdauungsfördernd, gärungslindernd und blutdruckausgleichend, er hilft bei der Regeneration der Darmflora sowie bei unreiner Haut und stärkt das Immunsystem. Hinzu kommt, dass der Bärlauch vorbeugend auch gegen Arterienverkalkung eingesetzt werden kann und laut der erfolgreichen Kräuterkundigen Maria Treben zu einem ausgezeichneten Gedächtnis führt, was ihn letztendlich zweifellos zu einem „Anti-Aging-Kraut“ kürt. Mit seiner augenscheinlichen Lebenskraft versorgt uns dieses Frühlingskraut mit neuer Energie, es regt unsere Willenskraft sowie den Tatendrang an und bringt uns so richtig in Schwung. Wir können zur Entfaltung der Heilwirkung den Bärlauch einfach regelmäßig roh genießen, wobei wenige Blätter am Tag ausreichen, oder uns einen Bärlauchschnaps ansetzen (s.u.), der therapeutisch in kleinen Dosen eingenommen wird.

 

Vor dem Pflücken ist übrigens angeraten, sich in einem gut bebilderten Buch die Unterschiede von Bärlauch zu ähnlich aussehenden Blättern von Giftpflanzen wie der Herbstzeitlosen, dem Maiglöckchen und dem Aronstab einzuprägen. Es kam durchaus schon vor, dass ein vermeintliches Bärlauchsüppchen anstatt gesundheitsfördernder Wirkung genau das Gegenteil zur Folge hatte ...


Rezepte: 

Bärlauchschnaps oder „Anti-Aging-Tropfen“

Frische, gesäuberte Bärlauchblätter klein schneiden und locker in ein Schraubverschlussglas füllen. Mit 38%igem Kornschnaps bedecken und an einem hellen, warmen Platz mindestens zwei Wochen ziehen lassen. Anschließend durch ein Tuch abseihen und in Tropfflaschen füllen. Zur Vorbeugung von Arterienverkalkung und für ein gutes Gedächtnis täglich zwei bis drei Mal 10 bis 15 Tropfen in etwas Wasser einnehmen.

Bärlauchknospen sauer eingelegt

Bärlauchknospen werden gewaschen, abgetrocknet und zusammen mit einer klein gehackten Zwiebel in etwas Öl glasig gedünstet und anschließend zusammen mit Weißwein und etwas Essig sowie einer guten Prise Salz ca. 5 Min. geköchelt. Zum Aufbewahren sehr heiß in Schraubverschlussgläser füllen und verschließen. Jahrelang haltbar.                                  

 

Bärlauchpesto

 

Bärlauchblätter wachen, gut abtrocknen und mit Olivenö, einigen Sonnenblumenkernen (alternativ Pinienkerne oder Haselnüsse) sowie etwas Salz in den Mixer geben und pürieren. Das Pesto bleibt bis zur nächsten Saison haltbar, wenn es immer mit einer Schicht Öl bedeckt bleibt und kühl gelagert wird.

 

Bärlauchbutter

 

Bärlauchblätter waschen, gut klein schneiden und mit weicher Butter und etwas Salz mischen. Zum Aufbewahren einfach einfrieren (am besten in gut verschließbaren Gefäßen wegen Geruch!).       

 

 

Erschienen: 
1. April 2008
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld