Eine dufte Sache: Zimt als Heilmittel

Zimt ist nicht gleich Zimt – das wurde deutlich, nachdem Zimt plötzlich vor einigen Jahren als gesundheitsschädliches Gewürz in Verruf kam. Doch da müssen wir unterscheiden: am meisten gebräuchlich ist bei uns der Ceylonzimt (Cinnamomum verum/ceylanicum), der ein besonders ausgezeichnetes Aroma besitzt und als Heilmittel Verwendung findet. Er wird hergestellt aus der inneren Rinde junger Zweige und ist bei uns als „Röllchen“ oder Pulver erhältlich. Der Kassiazimt dagegen (Cinnamomum cassia), ist viel billiger und wird vor allem als Gewürz eingesetzt. Verwendet wird vom Kassiazimt direkt die borkige Rinde, weshalb er dicker und gröber erscheint. Er hat weniger Heilwirkungen als Ceylonzimt und enthält sehr viel mehr Cumarin, was in höhren Mengen tatsächlich dem Körper schaden kann. Die folgenden Ausführungen zu Zimt als Heilmittel beziehen sich deshalb auf den Ceylonzimt. Sein Hauptwirkstoff ist ein ätherisches Öl, dem viele wohltunde und heilsame Wirkungen zugeschrieben werden können. In Kombination mit einigen anderen Wirkstoffen ist der Zimt fast ein „Allroundmittel“, was die Vielzahl an Indikationen zeigt:
Zimt wirkt appetitanregend und kann bei leichten, krampfartigen Verdauungsbeschwerden mit Blähungen sowie Völlegefühl eingesetzt werden. In höheren Dosen wirkt ZImt anregend auf die Darm-, Herz- und Atemtätigkeit und bringt somit den Kreislauf in Schwung (aber Vorsicht bei Bluthochdruck!). Er ist nervenstärkend und harmonisierend, bringt allgemeines Wohlbefinden und durch die Förderung der Durchblutung wärmt Zimt den Körper im Winter sehr angenehm. Hitzig wirkt er auch auf unser Liebesleben, denn Zimt hat einen anregenden Effekt und gilt schon lange im Orient als Aphrodisiakum. Außerdem hat er eine immunstimulierende, antibakterielle Wirkung und hilft bei Husten und Halsweh, weshalb bei diesen Beschwerden sogar gelutschte Zimtkekse sehr gut tun! Zimt hilft, den Menstruationszyklus zu regulieren und wirkt menstruationsanregend. Das bedeutet aber auch, dass während einer Schwangerschaft unbedingt weitgehend auf Zimt verzichtet werden sollte, da er die Gebärmutter stimuliert. In den letzten Jahren machte Zimt sogar als positiv unterstützend bzw. vorbeugend vor zu hohem Blutzucker von sich reden, was Studien bekräftigen konnten.
Damit Zimt unser Wohlbefinden und die Gesundheit unterstützt, kann er auf verschiedene Weise innerlich verabreicht oder äußerlich angewendet werden. In erster Linie natürlich als Gewürz in großzügiger Menge – zum Beispiel angefangen bei den Zimtsternen zu Weihnachten über Zimt im Müsli oder im Gemüsecurry. Abgesehen davon können wir uns aber auch regelmäßig einen Zimttee (s.u.) kochen, der vor allem auf nüchternen Magen getrunken seine heilkräftige Wirkung entfaltet.
Und vielleicht ist dieser Tipp für Sie wertvoll: Zimt soll das Verlangen nach Zigaretten unterdrücken, weshalb empfohlen wird, bei Bedarf einfach an einer Zimtstange zu saugen.

Zimttee
Eine Zimtstange zermörsern oder zerbröckeln, zugedeckt in 250 ml Wasser aufkochen und ungefähr 10 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und je nach Geschmack mit Sahne und Honig abrunden.

Massageöl
50 ml Trägeröl (z.B. Mandelöl) in ein Schraubverschlussglas füllen, bis zu fünf Tropfen ätherisches Zimtblätteröl hinzufügen, verschließen und gut schütteln. Dieses Öl eignet sich besonders zum Wärmen und entspannen, z.B. zur Fußmassage, bei Menstruationsbeschwerden und schmerzhaften Gliedern.

Erschienen: 
1. Dezember 2009
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld