BeGEISTert nicht nur zu Halloween – der Kürbis

Es war wohl Kolumbus, der als erster Europäer ein Kürbisfeld zu sehen bekam – und zwar im Jahr 1492 auf Kuba. Heute müssen wir zum Glück nicht mehr so weit reisen, sondern es genügt ein Gang zum Markt, um in den Genuss dieser vielfältigen Frucht, von der es ungefähr 800 Arten gibt, zu kommen. Als Lebens- und Heilmittel wurde der Kürbis (Cucurbita pepo) schon in vielen Kulturen von den Indianern bis zu den Mayas geschätzt, bevor die Wissenschaft wertvolle Stoffe darin entdeckte. Kürbisse sind, natürlich abhängig von Art und Sorte, im allgemeinen ballaststoffreich und enthalten unter anderem Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Vitamine (A, B, C, E), Folsäure und Selen. Das frische Fruchtfleisch kann fein geraffelt oder zerstampft als hervorragende Heilmittel für brennende Füße, entzündete Geschwüre, Furunkel, Abszesse, kleine Sportverletzungen und Venenproblemen eingesetzt werden. Als gutes Blutreinigungsmittel, das selbst bei Nierenentzündung und Zuckerkrankheit wirkt, schätzte bereits der „Kräuterpfarrer“ Künzle den ungekochten Kürbis– beispielsweise als Salat genossen. Gekocht ist er wiederum eine Wohltat für den Magen und die Galle und darf dafür ruhig täglich ein wenig gegessen werden. Zudem sollen die Inhaltsstoffe des Kürbisses sogar gegen Krebs, Schlaganfall und Herzinfarkt schützen. Der wertvollste Teil der Frucht aber ist der Kern – die getrockneten, geschälten Samen oder das daraus gewonnene Kürbisöl helfen erwiesenermaßen bei gutartiger Prostatavergrößerung sowie auch bei Reizblase durch die positive, anregende Wirkung auf die Blasenmuskulatur. Dazu ist z.B. ein Kur mit drei mal täglich einem Esslöffel Kürbissamen (insgesamt ungefähr 10 Gramm) zu empfehlen. Auch sind die Samenextrakte und Kerne zum Entwurmen von Band- und Spulwürmern bekannt, welche dadurch gelähmt und ausgetrieben werden können. Kürbisöl selber ist auch ein gutes Wundheilmittel, vor allem bei Brandwunden und rissiger Haut. Regelmäßiger Genuss von Kürbiskernöl kann zudem den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen, wirkt durch den hohen Selengehalt immunstärkend und erhöht die Vitalität – es ist also eine wertvolle Bereicherung in der Küche. In Form von Masken, Cremes und Bädern kann das Öl außerdem auch für unsere Schönheitspflege verwendet werden. Die Schale wiederum lässt sich mit etwas kreativem Einsatz zum Beispiel als Windlicht, Maske oder Suppengefäß nutzen. Dass der Kürbis heutzutage zu Halloween eine Bedeutung spielt, hat seinen Ursprung übrigens in dem altkeltischen Totenfest Fest „Samain“, zu welchem einst Laternen aus ausgehöhlten Kohlrüben vor die Tür gestellt wurden, um vor dem Spuk und Schabernack der Verstorbenen zu schützen. Und wer selber Platz für eine Kürbispflanze im Garten hat, darf sich an eine alte Bauernregel halten, welche besagt, dass beim Säen dieser Pflanze tüchtig gelogen werden sollte, damit die Frucht recht groß wird.

 

Tee aus Kürbiskernen:

Einen halben Liter Wasser mit ein bis drei EL frischen Kürbiskernen und einem daumengroßen Stück gehacktem Ingwer kalt aufsetzen. Langsam erwärmen und einmal aufkochen, danach zehn Minuten ziehen lassen. Dann abseihen.
Der Tee empfiehlt sich bei allen Beschwerden der Harnwege, auch bei Blasenschwäche. Er stärkt gleichzeitig Herz und Kreislauf und ist ein vorzügliches Herbst und Wintergetränk.

Erschienen: 
15. Oktober 2008
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld