Die Schafgarbe – fast eine Weltmeisterin unter den Heilpflanzen

Als “Heil aller Schäden” wird die Schafgarbe aufgrund ihres sehr breiten Wirkungsspektrums betitelt und hat eigentlich einen viel höheren Bekanntheitsgrad verdient, zumal sie bei uns und auf mehreren Kontinenten häufig mit ihren weißen oder rosafarbenen Korbblüten anzutreffen ist. „Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib“ – dieser alte Spruch teilt uns schon einen wichtigen Wirkungsbereich dieser wunderbaren Heilpflanze mit, und zwar lindert sie starke Menstruationsbeschwerden und reguliert gleichzeitig Stärke und Häufigkeit der Monatsblutung. Doch auch das männliche Geschlecht weiß die Schafgarbe seit langer Zeit zu schätzen und so ist bekannt, dass viele Soldaten im Ersten Weltkrieg froh um die wundheilenden und blutstillenden Eigenschaften dieser Alternativmedizin gewesen sind. Die bereits erwähnten krampflösenden Eigenschaften helfen uns als Tee oder Auflage auch bei krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und wertvolle Bitterstoffe wirken hervorragend bei Appetitlosigkeit und schlechter Verdauung. Die Bezeichnung des Kräuterkundigen Mességué als „Jod-Tinktur der Wiesen und Felder“ verdeutlicht, wie stark desinfizierend und entzündungswidrig die Schafgarbe wirkt, was vor allem den aromatischen ätherischen Ölen zu verdanken ist. Durch Zerreiben der Blüten können wir diese sehr gut riechen. Sie unterstützen u.a. auch die Heilung einer Blasenentzündung und sind bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen eine gute Hilfe. Wer Probleme mit den Venen hat, weiß diese seit mindestens 60000 Jahren bekannte Heilpflanze bei Durchblutungsstörungen und Krampfadern (darunter auch lästigen Hämorrhoiden) zu schätzen. Daneben wirkt die Schafgarbe unterstützend bei Erkältungskrankheiten, Fieber, Blutandrang im Kopf, Rheuma, unreiner Haut, nervösen Herzbschwerden ... und wer sich nun immer noch nicht zu dieser Powerpflanze hingezogen fühlt, kann das ganze Kraut zum Bier brauen, die Stengel wie in Asien zum Orakeln oder die charakteristischen Blätter als nahrhafte Beigabe zu Salat verwenden. Selbst Achilles hat die Heilkräfte schon gekannt und verhalft dem „Tausendblatt“ zum botanischen Namen „Achillea millefolium“. Schafe sollen übrigens das Kraut vermehrt bei Krankheit fressen, wodurch neben vielen Volksnamen der gebräuchlichste Begriff entstanden ist.

Rezept: Verdauungslikör
Ein großes Marmeladenglas locker mit blühendem Schafgarbenkraut füllen, etwas Kandiszucker nach Geschmack zugeben und mit 32%igem Korn aufgießen. Gut verschließen, mindestens zwei Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen und bei Verdauungstörungen (oder einfach nur zum Genuss!) 15 Minuten vor dem Essen ein Schnapsgläschen trinken. Es versteht sich von selbst, dass vor einer Daueranwendung abgeraten werden muss ...

Erschienen: 
1. August 2006
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld