Die tolle Knolle für den Winter – Knoblauch erhält unsere Gesundheit

Wer kennt sie nicht - die alten Gruselgeschichten von den Vampiren, die um Mitternacht zu ihren Opfern schleichen, gierig ihre Reißzähne entblößen und plötzlich panisch zurück schrecken und die Flucht ergreifen, weil das potentielle Opfer so schlau war, sich zum Schutz eine Knoblauchzehenkette umzulegen. In der Tat vermag der Knoblauch unerwünschte Besucher von uns fern zu halten – und zwar unterschiedlichste Parasiten, Bakterien, Viren und Pilze. Ärzte im Mittelalter banden sich mit Knoblauch getränkte Tücher vor´s Gesicht, weil diese antiseptisch wirkten und vor Krankheiten (v.a. der berüchtigten Pest) zu schützen vermochten. Und in der Tat ist es heute wissenschaftlich erwiesen, dass der stark duftende Inhaltsstoff, das Allicin, Mikroorganismen sehr gut bekämpfen kann und mitunter eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Antibiotika darstellt. Bei Infektionen ist es von daher sinnvoll, mindestens eine Zehe frischen Knoblauch (Allium sativum) pro Tag zu verspeisen oder als heilsame Tinktur einzunehmen, was gleichzeitig Arteriosklerose vorbeugt, die Blutgerinnung hemmt, den Cholesterinspiegel sowie den Bluthochdruck senkt und selbst vor bestimmten Krebsarten schützt. Interessant ist die Tatsache, dass in Gebieten in dem viel Knoblauch verspeist wird, die Menschen länger leben und Krebserkrankungen kaum auftreten. So wird der Knoblauch auch als Lebenselixier oder Verjüngungsmittel verwendet und es sollte eigentlich keinen Tag ohne ihn geben.  Der nicht immer beliebte Geruch kann übrigens durch das Verspeisen von chlorophyllhaltigen Pflanzen wie Petersilie oder Algen etwas abgemildert werden, aber er ist Kennzeichen der enormen Heilkraft. Zahnschmerzen können wir lindern, indem wir bei Entzündungen ein Scheibchen an die betreffende Stelle legen und auch zur Wunddesinfektion und Wundheilung ist der Knoblauch seit langer Zeit bekannt und wurde dafür vor allem zu Kriegszeiten sehr geschätzt. Gegen Fußpilz lassen wir einige zerdrückte Knoblauchzehen ein bis drei Tage lang in Olivenöl ziehen, seihen das Öl ab und betupfen die befallenen Stellen zweimal täglich damit. Am Rande sei noch erwähnt, dass schon der römische Dichter Vergil die potenzsteigernde Wirkung des Knoblauchs empfiehlt – kein Wunder, dass die Knolle mitunter auch als „antikes Viagra“ bezeichnet wird. Wir können uns schon auf das Frühjahr freuen, denn dann wächst bei uns die einheimische Schwester des Knoblauchs, welche mit ganz ähnlicher Heilkraft ausgestattet ist, aber frisch verwendet werden sollte: die Bärlauchpflanze.

Erschienen: 
1. Dezember 2004
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld