Oh Tannenbaum – eine Heilpflanze hält Einzug in die Wohnzimmer

Alle Jahre wieder bekommt unsere Weißtanne (Abies alba) als traditioneller räumlicher Mittelpunkt des Weihnachtsfestes eine besondere Bedeutung. Dieser immergrüne Baum ist (neben anderen Kiefergewächsen) ein Symbol dafür, dass wir auch in der dunkelsten Jahreszeit mit dem Strom des Lebens verbunden sind. Als Richtbaum auf neu erbauten Dachgiebeln soll die Tanne wiederum das Haus und alle Bewohner in alle Zukunft vor Unheil schützen und schon unsere keltischen und germanischen Vorfahren sahen die majestätische Tanne als Schutzbaum, der dämonische Kräfte abwehren konnte. Doch auch als Heilpflanze wird der Weißtanne viel Gutes zugesprochen. Die essbaren Maitriebe wirken als Tee zubereitet auswurffördernd und leicht desinfizierend, so dass sie Linderung bei Erkältungen und Lungenleiden bringen. Der wertvolle Tannenhonig besitzt zudem noch antibiotische Eigenschaften und kann somit die Wirkung einen Hustentees steigern. Gewonnen wird er auf die besondere Weise, dass Bienen die am Tannensaft saugenden Blattläuse melken und diese daraufhin einen Zuckersaft ausscheiden, der im Bienenmagen eingedickt wird. Erwähnt werden muss auch das desinfizierende Harz, aus dem wirkungsvolle Wund- und Heilsalben sowie Zugsalben hergestellt werden. Außerdem wird es zu Heil- und Schutzräucherungen verwendet, welche die Luft reinigen, die Nerven stärken und vor unerwünschten negativen Energien befreien kön-nen. Im Krankenzimmer verräuchert hat dazu noch die schleim- und krampflösende sowie desinfizierende Wirkung einen positiven Effekt. Bevor wir unseren Christbaum nach Weihnachten entsorgen, sollten wir wenigstens aus den getrockneten Nadeln einen kräftigen Tee herstellen und diesen dem Badewasser zufügen – das wirkt anregend und erfrischend und wird uns gestärkt in´s neue Jahr bringen.

Erschienen: 
1. Dezember 2001
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld