Der Weißdorn - Kraftnahrung für unser Herz

Als wichtigster Strauch einer Hecke war der Weißdorn schon vor langer Zeit als Sitz von Elfen und guten Geistern, die vor Krankheit schützten, sehr angesehen und erlangte nicht zuletzt durch „Dornröschen“ Berühmtheit. Heute ist er eines der am besten pharmakologisch untersuchten und belegten pflanzlichen Heilmittel und bekannt als universelles Herztherapeutikum. Er ist besonders geeignet zur Behandlung von leichteren Formen der Herzinsuffizienz, nach Herzinfarkt und bei Altersherz, denn er steigert nach längerer Einnahme die Herzleistung und kann hervorragend zur Vorbeugung eingesetzt werden. Die stark duftenden weißen Blüten des Weißdorns (Crataegus monogyna u. oxyacantha) können wir im Frühjahr entdecken und zusammen mit den jungen charakteristischen Blättern (tief geteilt mit drei bis fünf spitzen Lappen) für einen herzkräftigenden Tee sammeln. Jetzt im Herbst jedoch laden die kleinen tomatenroten Früchte dieses Rosengewächses zur Ernte ein, die wegen ihres mehligen Inhalts auch „Mehlfässchen“ genannt und in Notzeiten als Mehlersatz verwendet wurden. Auch sie regen die Herzkranzgefäße an und verhelfen so zu einer besseren Durchblutung. Roh verspeist haben die Früchte nicht viel Geschmack und es kann der große Steinkern etwas störend wirken - genießen wir sie deshalb lieber als Marmelade, Mus oder im Likör (jetzt ansetzen und zu Weihnachten verschenken!). Übrigens hält sich der Weißdorn vor allem im Wald versteckt auf, wo er sich zu dieser Jahreszeit durch die roten Beeren verrät. Bei Spaziergängen also nicht vergessen, eine kleine Papiertüte zum Sammeln mitzunehmen!

 

Erschienen: 
1. Oktober 2001
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld