HEILPFLANZEN- UND WILDKRÄUTERBÜCHER - Rezensionen ab 2017

 


Peter Becker/Claudia Wilhelmi: Die Wildkräuter-Werkstatt, Bloom’s Verlag 2017

Mal ein ganz anderes Wildkräuter(koch)buch!

Schon auf den ersten paar Seiten begeistert dieses Buch, denn es wird gleich deutlich, dass hier ein Profi am Werk war. Peter Becker ragt schon seit Jahren in der Kräuterwelt dadurch hervor, dass er sich mit den besonders invasiven Pflanzen auseinandersetzt, indem er sie nutzt, um ungewöhnliche Gerichte zuzubereiten. So bremsen wir durch die fleißige Herstellung von z.B. Gierschpesto, Knöterich-Chutney oder Springkrautblüten-Sirup automatisch die Verbreitung dieser meist unbeliebten Mitbewohner. Neben den genannten sehr wachstumsfreudigen Pflanzen beschäftigt sich der Autor in diesem Buch auch mit der Indischen Schneinerdbeere, mit Löwenzahn, Kermesbeere, Franzosenkraut, mit der Kanadische Goldrute, der Gemeinen Mahonie und der altbekannten Eiche – hier präsentiert er z.B. die „Newtella-Supreme-Creme“, die so originell wie genial ist. Dass die Rezepte alle selbst vom Autor entworfen wurden, machen sie besonders wertvoll und wecken die Vorfreude darauf, so manche Gerichte auszuprobieren. Doch es geht nicht nur um Kulinarisches in diesem Buch, sondern die Naturkosmetikfachfrau Claudia Wilhelmi lässt außerdem einige ihrer Kreationen an passender Stelle mit einfließen – so z.B. das Giersch-Badesalz, die Knöterich-Seife, den Franzosenkraut-Haut-Smoothie oder die Pflegecreme aus Mahonienrinde.
Wirklich ein Buch, welches (nicht nur) ambitionierten Wildkräuterköchinnen und –köchen tolle Inspirationen bringt und bei ganz Unbedarften durchaus die Begeisterung dafür wecken kann.
Unangenehm an dem Buch ist höchstens der Geruch, aber der „verduftet“ hoffentlich mit der Zeit.



  • Rudi Beiser, Helga Ell-Beiser: Heilpflanzen-Tinkturen, Ulmer Verlag 2017
  • Tolle Ergänzung zu Heilpflanzenbüchern!

    In diesem ansprechend bebilderten Buch wird bis ins Detail erklärt, wie es mit wenigen Mitteln möglich ist, hochwertige Pflanzenauszüge herzustellen. Hierbei wird nicht nur auf das klassische Grundrezept mit Alkohol eingegangen, sondern kurz auch auf Auszüge aus Essig und Glycerol. Selbst eine „Turboextraktion“ oder die „Bewegungsmazeration im Mörser“ bleiben nicht unerwähnt und können selbst fortgeschrittenen Kräuterexpert/innen neue Möglichkeiten eröffnen. Nach einem ausführlichen Kapitel über die Herstellung der Tinkturen, das keine Fragen mehr offen lässt, werden über 50 Heilrezepte beschrieben – jeweils ergänzt durch allgemeine Tipps oder kleine Erläuterungen zu den einzelnen Pflanzen. Abgerundet wird das Werk durch eine umfangreiche Tabelle, in der die 80 wichtigsten Heilpflanzen übersichtlich erklärt werden – u.a. mit Wirkungen, Indikationen, Erntezeit und zu verwendendem Pflanzenteil.

    Doch was vor allem deutlich wird: in diesem Buch stecken jede Menge persönliche Erfahrungen und wertvolles Wissen des Autoren-Ehepaares! Nicht nur deshalb ist es eine kostbare Ergänzung zu den meisten anderen Heilpflanzenbüchern und wie ein kleiner Schatz im Bücherregal.

    Erschienen: 
    3. Juli 2013